Auswirkungen erhöhter Geräuschempfindlichkeit auf Gesundheit und Schlaf

Schall aktiviert über das Gehirn zahlreiche Körperfunktionen, so u.a.:

  • das vegetative Nervensystem, das für automatische körperliche Reaktionen verantwortlich ist,
  • das Hormonsystem und
  • das Limbische System im Gehirn, das u.a. an der Empfindung von Emotionen beteiligt ist.

Dauerhafter Lärm kann daher langfristig dem Körper schaden und neben Ärger zu Hörproblemen, Schlafstörungen, Herzkrankheiten, Bluthochdruck und geringerer mentaler Leistungsfähigkeit führen. Selbst im Schlaf werden durch Lärm Stresshormone ausgeschüttet.

Welche Auswirkungen hat es nun, wenn man geräuschsensibel ist und somit noch empfindlicher auf Lärm und Geräusche reagiert?


Gesundheit

Bei geräuschempfindlichen Menschen steigt der Blutdruck unter Verkehrslärm stärker(2). Sie berichten außerdem über insgesamt mehr gesundheitliche Beschwerden, Herz- und Verdauungsprobleme sowie Allergien(3).

Weiterhin treten psychische Probleme wie Depression, Ängste, Ärger, Anspannung, Minderwertigkeitsgefühle und Nervosität häufiger bei Geräuschempfindlichen auf(4).

Es gibt Hinweise darauf, dass geräuschempfindliche Menschen generell anfälliger für Stress sind. Je geräuschsensibler man sich einschätzt, desto anfälliger ist man auch gegenüber anderen Stressoren. Man hat auch häufiger das Gefühl, weniger Kontrolle über die Umwelt zu haben, verbunden mit einer Tendenz zu negativen Emotionen(1).

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Schlaf

Geräuschempfindlichkeit erhöht das Risiko für Schlafstörungen.

Nächtlicher Lärm und Geräusche können sich auf drei Ebenen auswirken:

⇒ Auf die Schlafparameter, nämlich auf die Schlafdauer, die Häufigkeit des Aufwachens, die einzelnen Schlafphasen und autonome körperliche Funktionen.

Nächtlicher Lärm beeinflusst all diese Parameter negativ. Eine Studie kam jedoch zu dem Ergebnis, dass sich Geräuschempfindliche und weniger sensible hierbei nicht signifikant unterscheiden(5).

⇒ Psychologisch: Als Folge dieser negativen Beeinflussung des Schlafs durch Lärm leiden die eigene wahrgenommene Schlafqualität und das Wohlbefinden.

Und hierunter leiden Geräuschempfindliche laut obiger Studie wesentlich stärker als weniger sensible. Sowohl die Schlafqualität insgesamt wurde von ihnen negativer bewertet, als auch hatten sie das Gefühl, nach nächtlichem Aufwachen schwerer wieder einschlafen zu können. Sie fühlten sich weniger erholt nach dem Schlaf.

⇒ Langfristig kann Lärm chronische Erkrankungen begünstigen.

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Quellen:

  1. Stansfeld, S. (1992). Noise, noise sensitivity and psychiatric disorder: Epidemiological and psychophysiological studies. Psychological Medicine. Monograph Supplement, 22, 1-44. doi:10.1017/S0264180100001119.
  2. Ising H, Kruppa B. Health effects caused by noise: Evidence in the literature from the past 25 years. Noise Health 6, 5–13, 2004. Refers to the study by Ising H. Stressreaktionen und Gesundheitsrisikobei Verkehrslarmbelastung. WaBoLu-Berichte 2/1983, Dietrich Reimer. Berlin, 1983.
  3. Nivison ME, Endresen IM. An analysis of relationship among environmental noise, annoyance and sensitivity to noise, and the consequences for health and sleep. J Behav Med 16(3), 257–276, 1993.
  4. Iwata O. The relationship of noise sensitivity to health and personality. The relationship of noise sensitivity to health and personality. Japanese Psychol Res 26, 75–81, 1984.
  5. Marks A, Griefahn B. Associations between noise sensitivity and sleep, subjectively evaluated sleep quality, annoyance, and performance after exposure to nocturnal traffic noise. Noise Health 2007;9:1-7.

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